Der Wälderhof und seine Geschichte
Der Hof wurde 1689 von Georg Hettich, der aus Schönwald stammte, erbaut. Man nannte ihn den „Wälder“. Daher kommt die Bezeichnung „Wälderhof“.Der Hof wurde durch verschiedene Generationen von der Sippe „Hettich“ betrieben bis hin zu Karolina Hettich um das Jahr 1970. – Karolina war eine Einsiedlerin. Man sah sie im Tal nur am Sonntag beim Kirchgang, - meist mit zwei bis drei Taschen und einem Rucksack, um wieder Proviant im Dorf zu holen. Die Nonnenbacher Bürger halfen ihr bei der Heuernte.
So sauber ging es bei der Karoline nicht zu. Hund und Katz „aßen“ am Tisch mit. Für ihre Arbeiter gab es nicht viel zu essen. Hatten sie Hunger und fragten sie Karoline, was gibt es zu essen, war ihre Antwort: Gen in Berg nuff und esse Blumber (Brombeeren). Außer Speck konnte man bei ihr nicht essen, denn man konnte ja nie wissen, ob nicht der Hund oder die Katz aus dem Mehltrog gefressen hatten, - geschweige, dass es nicht selten war, das eine Ratte während dem Mittagessen in der Küche spazieren ging.
Solang die Karoline auf dem Wälderhof lebte, war sie nie krank, - doch auch ein Zeichen, dass die „Sauberkeit“ ihr nichts anhaben konnte. Die erste Badewanne hat sie erst in hohem Alter bei Verwandten auf dem Hugenhof in Simonswald gesehen, wo sie auch starb.
Nach dem II. Weltkrieg blieb ein so genannter Flüchtling bei ihr, der in ihrer Landwirtschaft recht und schlecht mithalf. Ich selber habe diesen Mann gekannt, - ebenso die Wälder–Karline. Der Helfer hieß Krupp und ist in Obersimonswald beerdigt.