Weihnachtskrippe Ichenheim

 
Die Weihnachtskrippe in der katholischen Kirche in Ichenheim
Jedes Jahr im Dezember bauen viele freiwillige Helfer in der Adventszeit ein besonderes Kunstwerk in der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus in Ichenheim auf: die Weihnachtskrippe, die von Weihnachten bis zum 2. Februar (Mariä Lichtmess) zu sehen ist und die die Ereignisse von Bethlehem in den Schwarzwald versetzt. 2017 kann auf das 70-jährige Bestehen der Krippe zurückgeblickt werden.
Die Geschichte dieser Weihnachtskrippe begann nach dem Zweiten Weltkrieg und ist eng verbunden mit dem Wirken des langjährigen Messners Albert Jäger. Da das alte Krippenarrangement nicht mehr seinen Vorstellungen entsprach, begab er sich auf Hamstertour, um die notwendigen Mittel für den Ankauf von neuen Krippenfiguren zu beschaffen. 1946 lernte er den Holzschnitzer Josef Glück aus Biberach im Kinzigtal kennen, der nach seinen Wünschen und Vorstellungen die Figuren fertigte. Ein Jahr später kam das Schwarzwald-Bauernhaus hinzu. Für den mit Stroh gedeckten,  zwei Meter langen Bauernhof wurde über dem linken Seitenaltar ein Gestell errichtet. Zur Dekoration gehören kleine Tannenbäumchen und Tannenzweige so dass der Eindruck entsteht, das Haus würde mitten im Schwarzwald stehen. Die Krippenlandschaft wurde mit Moos ausgelegt, die Wege und der Hofplatz mit Torf und Sand markiert.
Zu dem Bauernhaus gehören auch viele Gerätschaften und Werkzeuge, wie sie einst für die Arbeit auf dem Bauernhof benötigt wurden,  alles im Miniaturformat.  An den kleinen Fenstern hängen Gardinen, auf den Fensterbrettern stehen Blumenkästen. In der Stube heizt ein Kachelofen und auf dem Tisch steht noch der Suppentopf. Eine Magd, die gerade Wasser aus einem Brunnentrog holt, gehört ebenso dazu wie der Wachhund in seiner Hütte. An der Giebelseite befindet sich die Räucherkammer.  Aus einer Waldschlucht kommen Hirten mit ihren Schafen.
Wer eine Münze in den vor der Krippe angebrachten Spendenschlitz wirft, sieht die Weihnachtskrippe hell beleuchtet und bekommt auch technische Details zu sehen, wie beispielsweise das Wasser das in den Brunnentrog läuft.
Nach dem Tod kümmerte von Albert Jäger kümmerte sich zunächst sein Schwiegersohn um den jährlichen Krippenaufbau. Nach Gottfried Fischer übernahm Werner Reichenbach die Verantwortung dafür. Mit Akribie begann er, selbst weitere Details für deren Ausgestaltung zu fertigen und einzufügen. Es wurden behutsam Veränderungen und Umbauten vorgenommen und mit neuen Figuren und Tieren das Krippenbild ergänzt. Inzwischen haben Siegfried Scheer Thomas Hagen und Hans-Joachim Jäke die Hauptverantwortung für den Krippenaufbau übernommen, viele freiwillige Mitarbeiter unterstützen sie dabei. Die Pfarrkirche ist tagsüber auch wochentags geöffnet, so dass die außergewöhnliche Weihnachtskrippe für interessierte Besucher zugänglich ist.